Foto: A. Wagner

Lesen ist ein großes Wunder

Marie von Ebner-Eschenbach sieht die Welten, die denen offenstehen, die gut und flüssig lesen können. Der Weg dorthin bedeutet oft viel Training.

Zu Schuljahresbeginn werden alle Kinder der ersten Klassen im Zuge des Salzburger Lesescreenings (SLS) auf ihre Lesefertigkeiten hin getestet. Schülerinnen und Schüler, die dabei unterdurchschnittlich abschneiden, werden in Kleingruppen zusammengefasst und abwechselnd von Deutschlehrerinnen und -lehrern in unserer täglichen Lesezeit, dem Treffpunkt Lesen (TPL), gefördert. Lesespiele, Silbenlesen, überfliegendes Lesen, Slalomlesen, Übungen zur schnellen Worterfassung, Tandemlesen, lautes und leises Lesen und Rhythmusübungen sind nur Auswahlbeispiele für die lesefördernden Maßnahmen im TPL.

Auf lustbetontes, spielerisches und an den einzelnen Interessen und Fähigkeiten orientiertes Lesen wird dabei besonders geachtet. Übungen zur Erweiterung der Blickspanne für schnelleres und flüssigeres Lesen, zur Vertiefung des phonologischen Bewusstseins, zur raschen Worterkennung und Strategien zum leichteren Umgang mit Lesetexten bilden bei dieser Maßnahme den Schwerpunkt. Durch das Lesen in Kleingruppen soll es den Kindern leichter fallen, Lesehemmungen abzubauen und wieder Freude an Büchern und Lesetexten zu finden.

Zur Förderung des Lesetempos im digitalen Bereich wird beispielsweise auf der Internetseite CuePrompter an der Leseschnelligkeit der Kinder gearbeitet. Dabei können ausgewählte Texte in das Programm eingespeist und in unterschiedlichem Tempo abgespielt werden. Auf Internetseiten wie LegaKids dürfen die Schülerinnen und Schüler Geschichten lesen und online sinnerfassende Fragen zum Text beantworten. Besonders für die Klärung des Leseverständnisses, unter anderem bei Sachtexten, kommt Plickers (ein Audience Response System) zum Einsatz. Dieses System erlaubt eine schnelle Rückmeldung über das Verständnis zum Text. Ergebnisse können als Basis für unsere Beurteilungsskalen im Bereich Lesen dienen.

Im Rahmen von Zeitungsprojekten erhalten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig aktuelle Zeitungen in Klassenstärke. Das Lesen von Berichten, das Besprechen von Inhalten und das Bearbeiten unterschiedlicher Textsorten (Kommentar, Leserbrief, Glosse, …) stehen dabei im Fokus. 

Eine weitere Leseförderungsmaßnahme in Verbindung mit dem Kompetenzbereich Sprechen stellt das Lesen und Vortragen von Gedichten und das Interpretieren von Inhalten dar.